souvenir, souvenir

die welt ist groß und will entdeckt werden. ob dienstlich, mit fallschirm oder ohne, ob per bus, bahn, auto oder flugzeug (mit dem ich fallweise sogar lande), reisen ist und bleibt was tolles. man sammelt erinnerungen. im herzen. in der kamera. und im koffer (oder rucksack). während andere leute kiloweise dekoartikel, muscheln oder hässliches kunsthandwerk ansammeln, kehren mit mir aus fernen und nicht so fernen ländern ganz andere dinge nach hause zurück. hier eine liste meiner beliebtesten reisemitbringsel.

haarbürsten
ich, vergesslich und leicht verschusselt, liebe es, mir vor dem packen listen zu schreiben. die gehe ich dann durch und komme so relativ effizient an mein packziel. einen haken hat die sache allerdings. was man vergisst, auf die liste zu schreiben, wandert auch nicht in den koffer. was der grund ist, weswegen ich mittlerweile eine stattliche sammlung an haarbürsten aus aller welt mein eigen nenne. im unterschied zu männern überlebe ich nämlich keine drei tage, ohne mir mein haupthaar zu bürsten und dies hat mich schon auf abenteuerliche expeditionen zu drogeriemärkten oder in die tiefen diverser groß-supermärkte a la tesco in tschechien geführt. besonders schön war der ausflug zu dm in einem vorort von stuttgart während einer medizintechnikmesse, wo ich mich mit dialektbedingt relativ unverständlichen anweisungen der rezeptionistin ausgestattet vor ort mit einer anderen verzweifelten dame um die letzte haarbürste gestritten habe. ich dürfte also damit zumindest nicht allein sein.

schminkutensilien
ist es in sri lanka noch relativ egal, ob die wimperntusche sitzt und die augenringe versteckt sind, so kann es auf dienstreisen durchaus von vorteil sein, die kollegen nicht mit dem ungeschminkten ich frühmorgens zu verschrecken. blöd daher, wenn man in münchen draufkommt, ups, das schminktascherl liegt 300 km entfernt zu hause auf der kommode. nicht blöd, dass große flughäfen gott sei dank counter meiner lieblings-makeupmarke haben, wo man sich dank kreditkarte und einem investment von ca 100 euro einfach gleich komplett neu ausstattet (und ja verdammt, den lippenstift nehmen wir auch noch dazu, ist doch eh schon wurscht und irgendwann wird man den schon verwenden). weitere gründe zum auslands-einkauf von puder, wimperntusche und co: halbschlafend nach einer gin tonic lastigen nacht in hannover ins bad wanken, stolpern und einfach mal fein säuberlich ein neues fläschchen conceiler (das zeug, das die augenringe versteckt) im wert von 40 euro auf dem wunderschönen schwarz-grauen steinboden des hotels verteilen. nicht auffinden des schminktascherls im riesenkoffer in thessaloniki (bzw. erst am letzten tag, wenn man den pulli, in den es reingerutscht ist, zum heimfliegen braucht). oder ein schwacher moment nach dem konsum eines sundowners in hamburg, wo man dann leider in den mac store stolpert und in die fänge einer gelangweilten verkäuferin gerät. naja. wird ja nicht schlecht das zeug. und es ist toll, die stadt kennenzulernen, in dem man einen brauchbaren drogeriemarkt oder eine parfümerie sucht.

t-shirts
dies ist besonders in kreisen von fallschirmspringern ein verbreitetes phänomen. ich rede hier nicht von stylishen modestücken ausländischer designer oder shirts mit intelligenten aufdrucken. nein.
gleichsam einer geschossenen trophäe unter jägern möchte man sich zu hause damit brüsten, auf den exotischsten sprungplätzen und in den windigsten windtunneln dieser welt gesprungen und geflogen zu sein. manchmal sieht man shirts aus dem jahre 85 auf menschen, die eigentlich schon lange nicht mehr springen. aber immer noch in bittersüßen erinnerungen schwelgen, als die springerei noch was für harte männer war und dropzone wilde gegenden voller testosteron (windtunnel waren damals ja noch nicht erfunden). die betreiber dieser etablissements haben dies geschäftstüchtig erkannt und produzieren in hülle und fülle teilweise hässliche, oft aber fetzige und manchmal sogar praktische kleidungsstücke. irgendwann ist immer schlechtes wetter. irgendwann ist jedem einmal fad. und dann… dann wird geshoppt. die paar euro für ein shirt sind immer noch drin (ich meine, vor allem, wenn man 700 euro für eine stunde fliegen bezahlt, da ist das doch wirklich schon egal). dass man die t-shirts ja eigentlich nur am sprungplatz anziehen kann und daheim der kasten übergeht? wurscht. ist ja ein harmloses vergnügen.

bierdeckel und -verschlüsse
ich bin eine leidenschaftliche biertrinkerin. und da noch nie ein unvergesslicher abend mit einem salat begonnen hat, passieren in feucht-fröhlichen runden nun mal mit die lustigsten urlaubsgeschichten. ist doch ganz klar, dass man sich da den einen oder anderen kronkorken oder bierdeckel in die tasche schiebt, als süßes andenken an jene stunden. nur um sich dann daheim über sich selbst zu wundern und das zeug in den müll zu werfen. einmal dachte ich sogar, ein aschenbecher einer bekannten vodkamarke wäre ein super souvenir (weil wir das nagelneue teil als mischbecher für abenteuerliche cocktails verwendet und mit strohhalmen daraus getrunken haben). doch ausgenüchtert und verwundert darüber, wie ich das ding in meiner mini-handtasche heil durch die nacht gebracht hab, habe ich ihn doch dem hotel gespendet – musste ja drei neue t-shirts unterbringen und unter dem gepäcklimit bleiben.

kondome
offensichtlich erscheint mir die möglichkeit, mir in einer lauen sommernacht einen jüngling aufzureissen, beim packen meines koffers immer so absolut absurd, dass ich eher an die antibiotikum-salbe oder das antihistaminikum denke als an das mitnehmen der kleinen schutzhäubchen. was sich dann -vermutlich angeregt durch die steigende vorfreude- am weg zum urlaubsort ändert und mir siedend heiß einfällt, dass ich, der in dieser hinsicht leicht paranoide kontrollfreak, da doch besser mal vorbereitet wäre. die sich in meiner kommode daheim befindliche, in regelmäßigen abständen auf ihre haltbarkeit kontrollierte kondomsammlung aus der ganzen welt zeigt mir aber anschaulich: panik umsonst.

pest und cholera
ok so schlimm ists nicht. dank des eben genannten kondombedürfnisses, umfassender medizinischer beratung meines bruders, handlichen flascherln desinfektionsgels und diverser teilweise schmerzhaften impfungen bin ich bisher recht unbeschadet durch meine reisen gekommen. besonders auf den dienstreisen in deutschland hat wohl auch die desinfektion durch alkohol dazu beigetragen, dass ich selbst heimwege an kältesten winterabenden ohne strümpfe (der optik des kleids muss man schon mal opfer bringen) oder 10 cm hohe teppichböden im hotel ohne infektionen überstanden hab. das mikroklima im flugzeug nach hause hingegen streckt mich jedes mal nieder. nicht einmal der hübsche schal, den ich mir wie in diversen frauenmagazinen empfohlen um den hals schlinge, tee in hülle und fülle oder kleidungsstücke für jede klimazone von subtropisch bis polar helfen da. spätestens zwei tage nach der ankunft huste oder rotze ich, dass es, wie man bei uns so schön sagt, einer sau graust. die rotgeschnäuzte nase passt dann kurz nicht so toll zum goldig-schimmernden urlaubsteint, später fällt es dafür nicht so auf, wenn sich meine haut rundum erneuert und ich eine spur der schuppen hinter mir herziehe.

man sieht, es gibt so vieles, was man von reisen mitnehmen kann. schön ist das. man sagt zwar „collect moments, not things“ – aber hey, ist es nicht toll, mit einer kondomsammlung aus 6 ländern aufwarten und so ein bisschen urlaubsflair ins heimatliche schlafzimmer zaubern zu können?

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